{"id":136973,"date":"2025-10-10T09:30:51","date_gmt":"2025-10-10T09:30:51","guid":{"rendered":"https:\/\/barc.com\/?p=136973"},"modified":"2025-10-10T09:31:38","modified_gmt":"2025-10-10T09:31:38","slug":"bi-frontends-im-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barc.com\/de\/bi-frontends-im-wandel\/","title":{"rendered":"BI-Frontends im Wandel: Neue Funktionen, alte L\u00fccken"},"content":{"rendered":"\n<p>Der BI-Markt gilt als ausgereift \u2013 viele Werkzeuge bieten l\u00e4ngst ein breites Funktionsspektrum. Nach Jahren mit eher inkrementellen Neuerungen sorgt der Aufschwung rund um K\u00fcnstliche Intelligenz nun wieder f\u00fcr Bewegung in der Frontend-Landschaft. W\u00e4hrend einige Entwicklungen bereits den Alltag pr\u00e4gen, bleiben andere \u00fcberraschend unter dem Radar. Dieser Beitrag beleuchtet beides: die Funktionen, die heute schon Realit\u00e4t sind \u2013 und die, auf die der Markt noch wartet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Direct Queries \u2013 Daten dort auswerten, wo sie entstehen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Etablierte Anbieter wie Qlik, Domo oder ThoughtSpot haben es vorgemacht, und auch spezialisierte L\u00f6sungen wie Metabase, Apache Superset oder Sigma Computing folgen demselben Prinzip: Die Daten bleiben, wo sie sind. Statt sie zu extrahieren und zu replizieren, erfolgt der Zugriff direkt auf die Datenquelle \u2013 inklusive Visualisierung. Das reduziert Redundanzen, erh\u00f6ht Konsistenz und stellt sicher, dass Analysen stets auf aktuellen Daten basieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzept ist nicht neu \u2013 Looker (Google Cloud Platform) oder Tableau setzten fr\u00fch auf diese Architektur. Neu ist der Fokus auf <strong>Usability f\u00fcr Fachanwender<\/strong>: grafische Oberfl\u00e4chen, intuitive Drag-and-Drop-Bedienung und fein steuerbare Abfragen machen Direct Queries auch f\u00fcr wenig Technik-affine Nutzer zug\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Agentic AI &amp; Copilots \u2013 intelligente Helfer, aber mit Akzeptanzl\u00fccke<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Kaum ein Anbieter kommt heute ohne Copilot aus: Microsoft, IBM, AWS oder SAP integrieren KI-Assistenten, die bei der Report-Erstellung, Formeln oder Dateninterpretation unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert ist allerdings die Wahrnehmungsl\u00fccke: Laut <strong>BARC Trend Monitor<\/strong> z\u00e4hlt AI\/ML\/Advanced Analytics <strong>nicht<\/strong> zu den f\u00fcnf wichtigsten Anwendertrends. F\u00fcr Anbieter und Service Provider bleibt es dagegen ein Top-Thema. Zwischen Marktangebot und tats\u00e4chlicher Nachfrage klafft also weiterhin eine deutliche L\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel entsteht ein Markt spezialisierter KI- und suchbasierter Tools \u2013 etwa durch DACH-Start-ups wie <strong>Getdotai, OneLake<\/strong> oder <strong>Veezoo<\/strong>, die datengetriebene Konversationen und Ad-hoc-Analyse in Unternehmen vereinfachen wollen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Semantik \u2013 untersch\u00e4tzt, aber entscheidend f\u00fcr KI-Reife<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz braucht mehr als Daten \u2013 sie braucht Kontext. Semantische Schichten schaffen diesen Kontext, indem sie Begriffe, Strukturen und Beziehungen maschinenlesbar definieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Anbieter, die semantische Modelle konsequent nutzen, schaffen die Grundlage f\u00fcr <strong>intelligente, konsistente und automatisierbare Analysen<\/strong> \u2013 und sichern sich damit einen strategischen Vorsprung. Beispiele finden sich bei Oracleoder Strategy, die schon seit Jahren auf robuste semantische Schichten setzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Code-Umgebungen \u2013 Br\u00fccke zwischen Analyst und Data Scientist<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Grenzen zwischen klassischer BI und Data Science verschwimmen. Immer mehr BI-Frontends integrieren Code-Umgebungen \u2013 von Jupyter-Notebooks \u00fcber Python- und R-Integrationen bis hin zu eigenen ML-Studios.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel: explorative Analysen, Modellierung und Visualisierung sollen <strong>ohne Toolbruch<\/strong> innerhalb einer Plattform m\u00f6glich sein, kombiniert mit der Flexibilit\u00e4t individueller Ans\u00e4tze. Anbieter wie <strong>SAS<\/strong>, <strong>Zoho Analytics<\/strong> oder <strong>GoodData<\/strong> gehen hier voran \u2013 mit Vorteilen wie schnelleren Iterationen, weniger Medienbr\u00fcchen und einer engeren Zusammenarbeit entlang der Data-&amp;-Analytics-Prozesse.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>5. Write-back \u2013 von der Analyse zur Aktion<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>BI-Tools werden zunehmend zu Steuerungsinstrumenten. Write-back-Funktionalit\u00e4ten erm\u00f6glichen es, Daten direkt in analytische oder operative Systeme zur\u00fcckzuschreiben \u2013 ohne den Umweg \u00fcber andere Anwendungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Anbieter wie <strong>Strategy<\/strong>, <strong>ibi<\/strong>, <strong>Microsoft<\/strong>, <strong>Qlik<\/strong> oder <strong>Pyramid Analytics<\/strong> erweitern so den Einsatzbereich von BI: Analysen werden zum Ausgangspunkt konkreter Aktionen \u2013 ein Schritt hin zu echten <strong>Closed-Loop-Prozessen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>6. Spreadsheets \u2013 Altbew\u00e4hrt, neu gedacht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Tabellenblatt erlebt ein Comeback. L\u00f6sungen wie <strong>Sigma Computing<\/strong>, <strong>Pyramid Analytics<\/strong> oder <strong>Omni Analytics<\/strong> verbinden die vertraute Spreadsheet-Logik mit der Leistungsf\u00e4higkeit von SQL und KI.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis: Anwender bewegen sich in einer gewohnten Umgebung, profitieren aber von <strong>Governance, Performance und Skalierbarkeit<\/strong> moderner BI-Architekturen. Der Spagat zwischen Flexibilit\u00e4t und Kontrolle gelingt zunehmend besser.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was (noch) fehlt \u2013 trotz aller Innovation:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Aufwendiges Best-of-Breed:<\/strong> Die Kombination spezialisierter Tools bleibt komplex, da standardisierte Schnittstellen und ein gemeinsamer Metadatenaustausch (z. B. zwischen Visualisierung und Data Catalogs) weitgehend fehlen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Datenprodukte unterrepr\u00e4sentiert:<\/strong> Obwohl essenziell f\u00fcr Skalierbarkeit und Wiederverwendbarkeit, sind Datenprodukt-Konzepte in BI-Frontends bislang kaum umgesetzt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fehlendes Agent-Management:<\/strong> Erste Copilots sind verf\u00fcgbar, doch Mechanismen f\u00fcr deren Steuerung, Governance und Wartung befinden sich noch in Entwicklung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit: BI wird m\u00e4chtiger \u2013 und anspruchsvoller<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die neuen Funktionen zeigen eindrucksvoll, wie dynamisch sich der BI-Markt aktuell entwickelt. Doch mit jeder Innovation steigen auch die Anforderungen an <strong>Integration, Standards und Governance<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zukunftsf\u00e4hig sind nicht die Tools mit der l\u00e4ngsten Feature-Liste \u2013 sondern jene mit einer <strong>durchdachten Architektur und KI-Nutzung, offenen Schnittstellen und nahtloser Einbindung ins Daten-\u00d6kosystem<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der BI-Markt gilt als ausgereift \u2013 viele Werkzeuge bieten l\u00e4ngst ein breites Funktionsspektrum. Nach Jahren mit eher inkrementellen Neuerungen sorgt der Aufschwung rund um K\u00fcnstliche Intelligenz nun wieder f\u00fcr Bewegung in der Frontend-Landschaft. W\u00e4hrend einige Entwicklungen bereits den Alltag pr\u00e4gen, bleiben andere \u00fcberraschend unter dem Radar. 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