{"id":146932,"date":"2026-02-19T10:46:07","date_gmt":"2026-02-19T10:46:07","guid":{"rendered":"https:\/\/barc.com\/vibe-coding-veraendert-financial-planning-analysis\/"},"modified":"2026-03-13T14:08:41","modified_gmt":"2026-03-13T14:08:41","slug":"vibe-coding-veraendert-fpa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barc.com\/de\/vibe-coding-veraendert-fpa\/","title":{"rendered":"Vibe Coding ver\u00e4ndert Financial Planning &amp; Analysis"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich baue seit \u00fcber einem Jahrzehnt Finanzmodelle, haupts\u00e4chlich mit spezialisierten <strong>Financial Planning &amp; Analysis (FP&amp;A)<\/strong> Produkten f\u00fcr Kunden aus Fertigung, Handel, Versorgung und der Finanzdienstleistungsbranche.<br>Als ich in diesem Kontext zum ersten Mal von <strong>Vibe Coding<\/strong> (Prompt-basierte Codegenerierung) h\u00f6rte, war ich skeptisch. Wie um alles in der Welt soll das Prompten von KI \u201emal eben\u201c belastbare Anwendungen aus dem Nichts erzeugen? Gleichzeitig habe ich in den letzten Monaten gesehen, wie schnell sich die KI-Tools entwickeln. Deshalb glaube ich: <strong>Das Thema k\u00f6nnte ver\u00e4ndern, wie wir \u00fcber Build vs. Buy in FP&amp;A nachdenken.<\/strong> Auch wenn v\u00f6llig offen ist, wo wir am Ende landen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie funktioniert Vibe Coding in der Praxis?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Vibe Coding hei\u00dft: <strong>Man beschreibt, was man braucht, in nat\u00fcrlicher Sprache<\/strong>. Die KI erzeugt den Code. Man iteriert im Dialog: \u201emach das Dashboard blau\u201c, \u201ef\u00fcge ein Umsatzprognose-Modul hinzu\u201c, \u201elies Daten aus dieser Excel-Datei und lade die Ergebnisse dorthin\u201c. Die KI schreibt, der Mensch testet und optimiert im Dialog mit der KI.<\/p>\n\n\n\n<p>Codegenerierung ist ein Bereich, in dem Generative KI (\u201dGenAI\u201d) heute schon weit ist. Und f\u00fcr Finance-Professionals, die Planungslogik verstehen, aber nie Programmieren gelernt haben, wird damit pl\u00f6tzlich m\u00f6glich, kleine Tools und Anpassungen selbst zu bauen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber genau hier beginnt das Spannungsfeld.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vibe Coding in FP&amp;A funktioniert gut f\u00fcr einfache Anforderungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Vibe Coding wird derzeit stark gehypt und Finance-Teams experimentieren. Aber wie macht man es richtig? <strong>Einfache Use Cases funktionieren gut.<\/strong> Ein einfaches Eingabeformular, ein Abteilungsdashboard oder ein Import-Skript kann an einem Nachmittag entstehen, mitunter sogar in Minuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald es aber um komplexe Logik geht, wird es anspruchsvoll: mehrj\u00e4hrige Forecasts mit Krediten, Capex, Abschreibungen, Konsolidierungsregeln. Je mehr Freiheiten Sie der KI geben, desto gr\u00fcndlicher m\u00fcssen Sie \u00fcberpr\u00fcfen, was sie tats\u00e4chlich gebaut hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hype erzeugt Druck, schnell zu liefern. Aber mit Geschwindigkeit ohne Verst\u00e4ndnis entstehen technische Schulden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sicherheit, Integrit\u00e4t und Wartung: Die versteckten Risiken der Geschwindigkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>KI hat kein Urteilsverm\u00f6gen und sie muss sich nicht f\u00fcr ihre Entscheidungen rechtfertigen. <strong>Ohne klare Vorgaben nimmt sie den \u201eeinfachsten\u201c Weg.<\/strong> Deshalb m\u00fcssen die Integrit\u00e4t von Sicherheit, Performance und Berechnungen bewusst eingebaut und kontrolliert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann ist da die <strong>Wartung<\/strong> als versteckter Kostenfaktor. Code, der in k\u00fcrzester Zeit generiert wird, braucht Support, Updates und Governance. Man kann Code schneller erzeugen, als man ihn sauber \u00fcberpr\u00fcfen kann. Wenn Business-User Anwendungen mit besten Absichten, aber ohne technische Aufsicht bauen, sammeln sich viele Tools an, die am Ende niemand vollst\u00e4ndig versteht. Und wenn dann etwas im laufenden Betrieb kaputtgeht: Wer repariert es?<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Geschichte kennen wir bereits: Viele Anwendungen wurden in Excel mit umfangreichem VBA (\u201dVisual Basic for Application\u201d) gebaut. Als sie nicht mehr richtig funktionierten, haben die Fachabteilungen das Reparieren, Umbauen und Warten schnell an die IT abgeschoben. Und bei Power BI sehen wir genau das Gleiche. M\u00fcssen wir das wirklich nochmal durchmachen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Technische Schulden <\/strong>sind dabei das gr\u00f6\u00dfte Thema. Schneller Code ist nicht automatisch guter Code. Er braucht Architektur, Dokumentation und jemanden, der ihn in sechs Monaten noch versteht und \u00e4ndern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir riskieren, Wegwerf-Code zu produzieren \u2013 <strong>Fast-Fashion f\u00fcr Software<\/strong>. Das mag f\u00fcr Prototypen funktionieren, aber nicht f\u00fcr L\u00f6sungen, auf denen Ihre kritischen Monatsabschluss-Prozesse laufen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie nutzt man Leitplanken, damit Tempo nicht im Chaos endet?<\/h2>\n\n\n\n<p>Sie brauchen jemanden, der versteht und verifizieren kann, was die KI produziert. Business-User k\u00f6nnen Vibe Coding gut f\u00fcr kleine, klar abgegrenzte \u00c4nderungen nutzen: eine Formel anpassen, eine Berechnung \u00e4ndern, die die keine Auswirkungen auf andere Bereiche hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es aber um neue Plattform-Funktionen oder komplexe Features geht, braucht es jemanden mit <strong>Entwicklungs-Know-how und technischer Kontrolle<\/strong>. Und zwar bevor irgendetwas Produktionsdaten ber\u00fchrt oder kritische Entscheidungen steuert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber ist \u00dcberpr\u00fcfen wirklich schneller, als gleich sauber zu bauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Frameworks mit stabiler Basis sind wertvoll. Wenn die grundlegende Infrastruktur (Sicherheit, Datenzugriff, Berechnungs-Engine) erprobt und gepflegt ist, wird das Aufbauen darauf sicherer.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige FP&amp;A-Produkte bieten mittlerweile feste Leitplanken. Agents generieren Planungslogik innerhalb definierter Grenzen. Das ist <strong>Vibe Coding mit Absicherung<\/strong> und k\u00f6nnte die richtige Balance sein, um schnell und flexibel zu handeln, ohne Chaos zu erzeugen. Wir werden diese Entwicklung im Auge behalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Datenmanagement<\/strong> ist \u00fcbrigens der Bereich, in dem ich gro\u00dfes Potenzial sehe. Importe, Transformationen, Integrationen fressen viel Zeit bei FP&amp;A-Implementierungen. Hier arbeitet man aber oft in etablierten Umgebungen mit bekannten Datenstrukturen. Daher ist es hier in vielen F\u00e4llen weniger riskant, ETL-Skripte oder Validierungsregeln zu generieren. Anders als bei der Kern-Planungslogik.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Devise lautet also: <strong>Schnell testen, um zu verstehen<\/strong>. Man lernt nicht schwimmen, indem man dar\u00fcber B\u00fccher liest. Bauen Sie einen Prototyp, bringen Sie ihn zum Scheitern, verstehen Sie, was schiefging, und iterieren Sie. Es kann als wertvolle Blaupause dienen und dabei helfen, die Anforderungen im Verlauf weiter zu pr\u00e4zisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und bitte: Wiederholen Sie nicht die Fehler, die wir schon gemacht haben. Wir haben technologische Umbr\u00fcche erlebt \u2013 vom Spreadsheet-Chaos bis zur \u00fcbereilten Cloud-Migration. Wir sind schon oft zwischen \u201edas \u00e4ndert alles\u201c und \u201eder Zug ist bereits abgefahren\u201c hin und her gependelt. <strong>Vibe Coding ist m\u00e4chtig. Es ersetzt aber nicht das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Ihre Anforderungen, Ihre Daten und Ihre Prozesse.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie wird KI-Software die Anbieterlandschaft, Preise und den Beratungsbedarf ver\u00e4ndern?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Es wird neue Anbieter geben, die ihre Produkte mit KI-generiertem Code bauen. <strong>Die Eintrittsbarrieren sinken<\/strong>. Rechnen Sie mit <strong>mehr Wettbewerb <\/strong>bei einfachen Datenerfassungs- und Reporting-Tools, denn sie lassen sich am leichtesten generieren. Das hei\u00dft: Es gibt zwar mehr Auswahl, aber auch mehr Aufwand bei der Pr\u00fcfung. Die Qualit\u00e4t neuer Angebote muss sauber evaluiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der <strong>Preisdruck <\/strong>wird erh\u00f6ht. Gut f\u00fcr Anwender, weniger gut f\u00fcr manche Anbieter. Wenn sich Make-or-Buy verschiebt, weil interne Teams schneller selbst entwickeln k\u00f6nnen, m\u00fcssen Anbieter ihren <strong>Mehrwert <\/strong>anders begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch Beratungsleistungen werden sich \u00e4ndern<\/strong>. Einfache Konfiguration und Customizing-Arbeiten verlieren an Wert, wenn Kunden sie selbst umsetzen k\u00f6nnen. Gleichzeitig wird strategische Arbeit noch wichtiger: Anforderungen wirklich verstehen, skalierbare Architekturen designen, system\u00fcbergreifend integrieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Es ist zu fr\u00fch, um vorherzusagen, wohin sich der Markt entwickelt. Aber wir werden bald Auswirkungen sp\u00fcren<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Thema Vibe Coding kam in einer intensiven internen Diskussion mit meinen Kollegen auf, und ich bin ehrlich: Ich verarbeite die Implikationen noch.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich Planungsmodelle \u00fcber viele Branchen und Produkte hinweg implementiert habe, frage ich mich immer wieder: Wo bringt das wirklich Wert? Und wo schaffen wir Risiken, auf die wir nicht vorbereitet sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Und es wirft weitere Fragen auf, die wir ernsthaft durchdenken sollten: Wer kann damit was erreichen? Wo profitieren FP&amp;A-Experten? Was \u00e4ndert sich f\u00fcr ETL-Entwickler? Wird testbasierte Entwicklung der neue Standard? Und was hei\u00dft das konkret im Alltag?<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Text ist weniger eine Prognose als <strong>eine Sammlung von Gedanken f\u00fcr Finance-Leader<\/strong>, die ihre Optionen bewerten. Vibe-Coding wird beeinflussen, wie Sie FP&amp;A-Software k\u00fcnftig bauen, kaufen und warten. Die Frage ist, ob Sie sich bewusst damit auseinandersetzen oder sp\u00e4ter darauf reagieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein fertiges Urteil, sondern Gedanken aus der Praxis: Vibe Coding verspricht Tempo in FP&#038;A. Aber wo bringt es wirklich Mehrwert, und wo wird es zum Risiko? <\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":131929,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"set","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[54],"tags":[],"plus":[],"content_typ":[209],"layoutvorlage":[],"class_list":["post-146932","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-corporate-performance-management","content_typ-artikel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146932"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146932\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146950,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146932\/revisions\/146950"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/131929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=146932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=146932"},{"taxonomy":"plus","embeddable":true,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/plus?post=146932"},{"taxonomy":"content_typ","embeddable":true,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_typ?post=146932"},{"taxonomy":"layoutvorlage","embeddable":true,"href":"https:\/\/barc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/layoutvorlage?post=146932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}