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Bissantz DeltaMaster 6.1.8 – Evolution, nicht Revolution

Bissantz DeltaMaster 6.1.8 – Product Review von BARC Senior-Analyst Patrick Keller

Ende Januar konnten wir Analysten einen Blick auf die aktuelle Produktversion 6.1.8 von Bissantz werfen. Wie viele andere, lokale BI-Softwareanbieter wird Bissantz in unseren Umfragen mit hohen Zufriedenheitswerten durch die Kunden bewertet. 

Dies basiert zum Teil sicher auch auf einer seit Jahren konstanten Philosophie, die Verarbeitung von Informationen durch den Anwender in den Mittelpunkt zu stellen. Unter dieser Philosophie ist der DeltaMaster (DM) – das Analyse-, Reporting- und Planungswerkzeug von Bissantz – von unterschiedlichen Fachleuten (mit) beeinflusst worden.

In der Vergangenheit war es u.a. Rolf Hichert, der vor allem das Thema Visualisierung und Botschaften eingebracht hat, später dann von Professor Gerhard Roth, ein Spezialist aus der Hirnforschung. Dabei ist zu sagen, dass sich Bissantz immer treu geblieben ist und nicht jeden Trend im BI-Markt mitmacht/mitgemacht hat.

Ich denke, insbesondere deutschsprachige Kunden honorieren dies und akzeptieren auch, dass es eben nicht alle vorstellbaren Grafikformate gibt und sich der DeltaMaster auf zwei Farben (rot und blau, mit Abstufungen) beschränkt. Das muss man verstehen und auch das Management überzeugen, wenn der DeltaMaster eingesetzt werden soll. In Softwareauswahlprojekten ergeben sich hier zum Teil hitzige Diskussionen.

So sehe ich der Philosophie entsprechend eher eine stetige Weiterentwicklung von Version 5, die über 10 Jahre am Markt aktiv vertrieben wurde und noch immer von geschätzt der Hälfte der Kunden eingesetzt wird, hin zu Version 6, die erstmalig 2014 angekündigt und als 6.0.0 veröffentlicht worden ist. Version 6 profitiert noch stärker von einem gut abgestimmten und vorbereiteten Datenmodell.

Self-Service BI

Es ist noch immer für viele Kunden eine Herausforderung, ausreichend viel Zeit und Know-how für die Entwicklung der Datenwürfel bereitzustellen. 

In unseren Projekten zeigt sich, dass nicht immer nur die Zentralabteilungen (sei es Controlling oder IT) einen Engpass darstellen, sondern, dass auch immer öfter (zu) wenig Zeit bleibt, sich im Fachbereich ausreichend konzeptionelle Gedanken zu machen. Eine Teillösung dafür kann das vieldiskutierte Self-Service BI (SSBI) sein.

Auch wenn Herr Dr. Bissantz (zumindest in 2013) SSBI noch eher als Problem, denn als Lösung gesehen hat, so gibt es bereits seit einiger Zeit die Funktion, auf Basis von Excel-Files oder relationalen Datenquellen seine Berichte und Analysen zu bauen. 

Allerdings, wie schon geschrieben, profitieren der DeltaMaster und damit die Anwender sehr stark von einem „ordentlichen“ dimensionalen Modell. Die Self-Service-Funktionen an sich erlauben eine einfache Anbindung von o.g. Datenquellen und bieten bereits erste automatisierungs- und Assistenten-unterstützte Funktionen an.

Während früher in DeltaMaster nur der Zugriff auf multidimensionale Datenbanken mittels MDX (Multidimensional Expressions) möglich war, hat sich Bissantz hier weiter geöffnet und nicht nur IBM Cognos TM1 über die native API angebunden, sondern auch den Zugriff auf die relationalen Datenbanken von Oracle, Microsoft, IBM, SAP und Exasol entwickelt/ausgebaut.

Bissantz DeltaMaster 6.1.8 – Evolution, nicht Revolution
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Bissantz‘ Numbers

Funktional ist sicherlich eine der interessantesten Neuerungen die Funktion „Bissantz’ Numbers“. Eine ausführliche Erläuterung davon findet sich unter www.forschung.bissantz.de/visualisierung-mehr-zahl und es geht im Kern darum, in einer Tabelle auf einen Blick die größten und damit wahrscheinlich wichtigsten Zahlen zu erkennen.

Im Grund ist die Idee so einfach, dass ich mich gefragt habe, warum vorher noch niemand (den ich kenne) darauf gekommen ist, so eine Formatierung vorzunehmen. Ich denke, dass die Anwender von Bissantz auch diese Visualisierungsform gerne nutzen werden.

Eine weitere Neuentwicklung ist die Funktion „Perspektiven“. Mit dieser Funktion ist es möglich, Sichten auf bestehende Cubes in Analysis Services zu legen, die evtl. für den jeweiligen Anwender/Anwendergruppe uninteressante Dimensionen verbergen. Damit lassen sich große, möglicherweise sehr komplexe Würfel in den Analysis Services mit einfacher zu konsumierenden Sichten darstellen.

In einem aktuellen Kundenprojekt greifen Anwender aus verschiedenen Abteilungen auf einen sehr breiten Würfel zu und klagen über zu komplexe Bedienung sowie nicht immer verständliche Daten. Ich kann mir vorstellen, dass diese Kritik mit der Verwendung von Perspektiven zukünftig zurückgehen wird.

Entwicklungsumgebung für operative Planungen

Im Planungsumfeld sehen wir Bissantz weiterhin als Entwicklungsumgebung für operative Planungen, mit der individuelle Planungsapplikationen entwickelt werden können. Dieses Vorgehen entfaltet seine Vorteile genau dann, wenn sehr passgenaue Anwendungen abgebildet werden sollen, wie es bspw. regelmäßig in der Vertriebsplanung der Fall ist. 

Sobald stärker standardisierte Planungsszenarien abgebildet werden sollen, wie etwa eine Finanzplanung, sind spezialisierte Werkzeuge im Vorteil, da DeltaMaster tief gehende betriebswirtschaftliche Inhalte für die Planung fehlen.

Schwächen bei der Plandateneingabe in der von vielen Bissantz-Kunden verwendeten Datenbanktechnologie Microsoft SQL Server Analysis Services versucht Bissantz darüber auszugleichen, dass nicht in die Analysis Services direkt, sondern relational in den SQL Server zurückgeschrieben wird.

Dies ist ein gängiges Vorgehen am Markt, welches auch viele andere Frontend-Anbieter nutzen und nach unserer Erfahrung zumindest für mittelgroße Planungsszenarien gut anwendbar ist. 

Sobald es in extrem große, bzw. Szenarien mit vielen konkurrierenden Schreibzugriffen geht, ist eine Lösung auf Basis einer für die Planung optimierten multidimensionalen Datenbank nach unserer bisherigen Erfahrung überlegen.

Fazit

Wie bereits im Titel geschrieben, sehe ich in Release 6.1.8 des DeltaMasters eine stetige Weiterentwicklung mit interessanten Neuerungen und Automatisierungen, mit denen die Anwendung insgesamt intuitiver in der Nutzung wird. Ganz große Veränderungen, wie die Erweiterung des Repositories, Veränderungen im Lizenzierungsmodell oder die bessere Unterstützung von iOS-Geräten sind bereits mit der Veröffentlichung der Version 6 erfolgt und werden weiterentwickelt.

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